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AfS Stillkongress 2016 – Unsere Highlights

AfS Stillkongress 2016 – Unsere Highlights

Als Stillberaterinnen der AFS ist es uns wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben und mit anderen Stillberaterinnen auszutauschen. Deshalb waren wir dieses Jahr wieder (leider diesmal ohne Inga) auf dem AFS Stillkongress in Köln.

Es gab viele bekannte Gesichter und noch mehr neue und wir waren froh, an vier tollen Fortbildungen teilgenommen zu haben:

Im Fachforum „Kaiserschnitt: Auswirkung auf Körper und Psyche“ von Denise Both, (IBCLC und Autorin von vielen Fachtexten zu Stillen und Laktation) haben wir darüber gesprochen, wie man für die Beratung von Frauen vorbereiten kann, die ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht haben. Uns ist es klar, dass für viele Frauen einen Kaiserschnitt nicht unbedingt gewünscht war aber entweder wegen medizinischer Indikation oder als Folge eines oder mehreren unerwarteten Ereignisse im Geburtsverlauf, das Baby durch eine Sectio auf die Welt gebracht werden musste. Häufig ist es dann der Fall, dass die Mütter negative Gefühle, sogar schwere Trauma wegen ihres Geburtserlebnisses erfahren. Es ist daher sehr wichtig diesen Gefühlen Raum zu geben und als Stillberaterinnen, die Zeichen von Trauma und einer anfangende postpartalen Depression zu erkennen und, wenn nötig, zu handeln, indem wir die Frauen an Experten weiterschicken.

Ein ähnlich schwieriges Thema, ist die Beratung von Eltern mit Schreibabys. So haben wir in dem Workshop „Schreibabys und Koliken“ darüber gesprochen, welche Zeichen es neben der 3er Regel ( länger als 3 h am Stücke, häufiger als 3 Tage die Woche, länger als 3 Wochen) noch gibt, wie sich diese bedingen und was man tun kann, um eine solche Schrei-Spirale zu durchbrechen bzw zu lindern. Das wichtigste Learning ist jedoch gewesen, dass es bei der Beratung und Betreuung von solchen Familien weg von den Kindern und hin zu den Eltern gehen sollte, denn diese brauchen unbedingt Unterstützung und Zuspruch. Auch hier ist es natürlich wichtig, die Grenzen der Stillberatung zu kennen und sie nach einem ersten Auffangen an die entsprechenden Stellen weiter zu leiten, aber gerade dieser Fokuswechsel und der Aufbau eines unterstützenden Netzwerkes rund um Mutter, Vater und Kind ist das A. und O. für gutes Durchhalten während dieser schwierigen Zeit.

„Oohhh…ahhhh“- Fakt: Wenn Mutter (oder Vater), das Schreien des Babys nicht mehr aushalten, dann kann es völlig ok sein, sich ein Lärmschutz-Kopfhörer aus dem Baumarkt zu kaufen. So können z.B. die meist anstrengenden Zeiten am Wickeltisch weniger stressig für die Mutter (oder den Vater) werden.

Der vom spanische Kinderarzt, Gründer der Asociacion Catalana Pro Lactania Materna und Autor der Fachbücher „In Liebe wachsen“ und „Mein Kind will nicht essen“  Dr. Carlos Gonzales gehaltene Vortrag ging um “Positioning and Tongue Tie” (Positionierung und Zungenbändchen). Dr Gonzales erklärte, dass Babys, deren Zunge keine Einschränkung in der Bewegung hat, auch in weniger vorteilhaften Stillpositionen gestillt werden und gut gedeihen können. Babys mit einem Zungenbändchen, welches die Zunge in der Bewegung (besonders in der Melkbewegung) zurückhält, benötigen jedoch eine sehr gute Stillposition und Anlegetechnik. Wenn dies nicht gegeben ist, kann es schnell zu wunden Brustwarzen und Schmerzen beim Stillen führen. Wir haben gelernt, dass es 4 unterschiedliche Arten des Zungebändchens gibt, aber keine ist schlimmer, als die anderen. Kinder mit einer dieser Zungenbändchenproblematik können dennoch, manchmal sogar ohne oder mit nur anfänglichen Problemen, gestillt werden. Und wenn es doch nicht klappt, können alle, wenn nötig, von einem ausgebildeten Arzt ambulant geschnitten werden. Wichtig ist es nur, diese zu erkennen. Leider gibt es aber nicht genug Fachpersonal, die alle 4 Arten auch identifizieren können. Eine stärkere Sensibilisierung der Stillberaterinnen ist hier wirklich wichtig und nötig.

„Oohhh…ahhhh“- Fakt: Auch wenn es mit dem Stillen keine Probleme gibt, könnte es in der später dazu kommen, dass Kinder Probleme mit der Einführung von Beikost erleben, dass sie bestimmte Wörter nicht richtig aussprechen können und oder dass die Zähne schief und/oder kariös werden.

Wir haben für Euch die Problematik mit dem Zungenbändchen im Detail recherchiert und werden dem bald auch einen ganzen Blogeintrag widmen. „Watch this Space!“

Am Sonntag haben wir der Fortbildung „Milchstau und Brustentzündung“, ebenfalls von Denise Both,  zugehört. Denise hat uns die Symptome eines Milchstaus und einer Brustentzündung noch einmal dargelegt und wir haben erfahren, was man als Stillberaterin unternehmen kann, damit es einer Frau mit einem solchen Problem schnell besser geht. Auf jeden Fall war es neu für uns, dass man die Brust nicht massieren sollte, weil durch zu viel Druck wird die gestaute Milch durch die angespannte Milchgänge in das umliegende Gewebe austreten und die Entzündung vergrößern/verschlimmern kann. Am Besten ist es nach wie vor die Brust vor dem Stillen mit feuchter Wärme zu bearbeiten und danach zu kühlen (aber nicht wenn man Antibiotika einnimmt!), wenn möglich an der betroffenen Seite/Stelle stillen, die Positionen immer wieder zu wechseln, viel Bettruhe einzuhalten, und sich verwöhnen zu lassen.

„Oohhh…ahhhh“- Fakt: Statt Druck kann Vibration den Milchstau lösen. Sollte also eine elektrische Zahnbürste oder ein Vibrator im Hause sein, nur zu!  (Wenn nicht, ist vielleicht genau jetzt der richtige Zeitpunkt um sich eines von beiden anzuschaffen 😉 )

Sollte es ein Abszess geben, es wichtig, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen. Stillen ist auch in diesem Fall normalerweise noch möglich (wenn die Abzesswunde, weit genug vom Warzenhof entfernt ist), da die Milch an sich sauber bleibt – kein Eiter kann einfach so in die Milchgänge gelangen.

Wir werden hoffentlich bei der Veranstatltung ‘The Art and Science of Breastfeeding’ on 7th May mit IBCLC Indira Lopez Bassols noch mehr Neues, Spannandes und Hilfreiches lernen und Euch davon berichten.

Übrigens:

Ich (Ulrike) bin gerade dabei mit dem Buch “Babysignal” Zeichensprache für und mit dem Babysohn zu lernen und da es auf dem Kongress nicht nur zwei tolle Stände zu dem Thema gab sondern auch so immer wieder “Babysignal” oder “Zwergensprache” genutzt wurde, hat sich der kleine Mann richtig wohl gefühlt und nutzt die wenigen Zeichen, die wir schon können nun mit totaler Hingabe.

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