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Frühchen sind EINZIGartig – Ein Beitrag zum Weltfrühgeborenentag 2019

Frühchen sind EINZIGartig – Ein Beitrag zum Weltfrühgeborenentag 2019

Am 17.11. ist Weltfrühgeborenentag, ein Tag der weltweit auf die spezielle Situation von Frühchen und ihren Angehörigen aufmerksam machen möchte. Auch ich Inga, bin eine Frühchenmama und nutze diesen auch für mich in jedem Jahr besondern Tag, die Möglichkeit auf Themen rund um Frühchen aufmerksam zu machen. Ich habe bereits in den letzten Jahren meine persönlichen Erfahrungen mit meinen Zwillingsfrühchen hier geteilt und möchte dies auch in diesem Jahr aufgreifen. Denn Frühchen und ihre Eltern sind in einer besonderen Situation.

Unter dem Titel Frühchen sind BESONDERS habe ich unsere Geschichte des Lebensbeginns mit Euch geteilt.

Heute möchte ich mit Euch teilen, warum ich persönlich denke, dass Frühchen und ihre Eltern in einer EINZIGartigen Situation sind. Welche ungeahnten Vorteile, ja Vorteile so paradox sich dies anhört, diese Situation mit sich bringen kann. Vorteile, über die man sich in dem erlebten Moment nicht oder zu wenig bewusst ist. Auch ich bin mir dessen erst im Nachgang klar geworden und muss mir eingestehen, dass ich mir wünschen würde, diese Leichtigkeit heute öfter einmal wieder zu erleben oder zuzulassen.

Ich weiß, dass dies ein ganz persönliches Empfinden ist und es viele Eltern vollkommen anders empfinden, unter der Situation und Druck usw. leiden und ich kann es von Herzen verstehen. Doch wir alle sind anders und vielleicht hilft meine Empfindung, meine Geschichte, der ein oder anderen Familie einen Funken Leichtigkeit in ihre EINZIGartige Situation einzulassen.

Meine Kinder wurden als sehr kleine Frühchen in der 28. SSW geboren. Selbstverständlich war dies ein Schock, denn die Babybilder in unserem Kopf, in den Medien, in unserem Umfeld sind Wonneproppen, keine kleinen, zart-durchsichtigen Babys ohne Babyspeck. Doch gerade weil sie so wenig wogen, haben wir jedes Gramm mehr, gefeiert, waren stolz auf die Fortschritte. Das Erreichen runder Kilozahlen wurden gefeiert, in dem Ballons mit dem aktuellem Gewicht über die Bettchen gehangen wurden. Gewichtstabellen mit Normkurven, waren für uns vollkommen nebensächlich, Hauptsache die Kinder entwickelten sich gut. Sie waren für uns keine Orientierung, übten keinen Druck aus, den Kindern mehr zu geben als sie Bedarf hatten, um eine Zunahme zu erzwingen (dies ging jedoch erst nach Entlassung aus dem Krankenhaus, denn dort war der Druck sehr stark in regelmäßigen Abständen festgelegte Mengen zu füttern). Gerade weil sie so zart auf die Welt gekommen sind, waren wir befreit von Vergleichen. Wir verglichen sie nicht mit anderen Babys, nicht mit der „normalen“ Gewichtsentwicklung des jeweiligen Alters. Die Babys bestimmten das Tempo, ihr Tempo, und wir waren stolz auf jede noch so kleine Entwicklung. Ja, wir mussten Protokolle führen, wie viel sie wann tranken, die Sorge nicht genug Muttermilch zu haben, war bei mir allgegenwärtig, wie ich im Beitrag Frühchenzwillinge stillen geschrieben habe. Aber dies war mein selbstgefühlter Druck, kein Druck der auf den Kindern und ihrem Tempo lag. Auch ein Druck von Außen auf uns Eltern, speziell mir als Mutter.

Ähnlich ging es uns mit den normierten Entwicklungsschritten und Phasen. Viele Apps und Ratgeber zeigen auf, mit welchem Altern die Kinder welche Entwicklungsschritte machen, wenn sie denn „normal geboren“ sind. Welche Wachstumsschübe wann anstehen, welche Fähigkeiten sie zu welchem Zeitpunkt erlernen usw. Unsere Kinder konnten diese zum jeweiligen Zeitpunkt gar nicht erreichen, daher machte es auch keinen Sinn uns an diesen zu orientieren. Wir ignorierten sie und freuten uns, wenn sie etwas Neues konnten. Zu spät? Für uns irrelevant. Und so entstand kein Druck, kein „ sie müssen aber doch“, „sie sollten aber doch schon“.

Auch das Umfeld, Familie und Freunde, bestaunten mehr die Entwicklungen solch kleiner zarter Babys, als dass sie sie mit anderen Babys verglichen. Alles war richtig, es gab keine Fragen rund um Stillen oder nicht stillen, Flaschennahrung oder nicht, Impfen ja oder nein…es ging nur um das verhältnismäßig gute Gesunden und Wachsen. Alles andere war nicht wichtig, nicht wert es zu diskutieren.

Es wurde nicht diskutiert ob wir zu viel kuschelten oder trugen, ob die Babys bei uns im Zimmer schliefen oder nicht, denn es war klar wir, Eltern und Kinder brauchen dies. Für uns –um uns zu stärken, zu trösten, uns wahrzunehmen, zu spüren.

Mit knapp 2 Jahren kamen die Kinder in die Kita und hatten sich den Termingeborenen angenähert. Je mehr sie dies taten, desto mehr wurde vom Umfeld begonnen zu vergleichen. Entspricht Ihr Sprachvermögen dem gleichaltriger Kinder? Haben sie dieselben grob- und feinmotorischen Fähigkeiten? Essen sie genug und das „Richtige“? usw. Heute sind es Schulkinder, die an anderen Kindern und Entwicklungsstadien gemessen werden, leider nicht selten auch von uns.

Der Frühchenstatus war ab diesem Zeitpunkt verflogen und plötzlich waren und sind wir konfrontiert mit Fragen, Meinungen, Diskussionen, die wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht kannten. Plötzlich mussten wir uns rechtfertigen, erklären, fühlten  und fühlen uns manches Mal geprüft, missverstanden und wir fingen an unser Verhalten, unsere persönlich familiären Entscheidungen immer öfter zu hinterfragen.

Erst einige Zeit später wurde mir bewusst, dass uns ab diesem Zeitpunkt Stück für Stück Leichtigkeit genommen wurde bzw. wir sie uns nehmen ließen. Bis zu diesem Zeitpunkt nahmen wir unsere Kinder, ihre Entwicklungsschritte, ihre Bedürfnisse so an, wie sie waren. Wir verglichen nicht mit anderen, wir machten das Beste für uns und unsere EINZIGartige Situation.

Heute, 7 Jahre später wünsche ich mir manches Mal diese Leichtigkeit zurück. Leichtigkeit bedeutet in unserer persönlichen Situation nicht, dass es einfache Jahre waren, wir nicht viele hunderte Herausforderungen als Familie, als Paar, als Eltern, als Mutter und Vater, als Persönlichkeiten, hatten. Es war nicht leicht, nein es gab auch viel Angst und Sorge, Unsicherheiten, Zweifel. Aber wir nahmen diese EINZIGartige Situation an und haben vieles so gemacht, wie es sich für uns richtig anfühlte. Und das machte es leichter. Und das wünsche ich Dir auch!

Falls es sich bei Dir gerade nicht leicht anfühlt, dann helfen Dir vielleicht diese drei Feststellungen von mir als Frühchenmama:

Frühchen sind EINZIGartig, weil sie von Beginn an kleine Kämpferherzen haben.

Frühchen sind EINZIGartig, weil sie nicht vergleichbar sind.

Frühcheneltern sind EINZIGARTIG, weil sie, wie alle anderen Eltern auch, alles gebe

 

 

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