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In mein Baby vertrauen – von Stillen bis Beikost #babyled

In mein Baby vertrauen –  von Stillen bis Beikost #babyled

„Wir sind die Eltern und wissen was das Beste für unser Kind ist!“

Wer hat sich dies nicht schon einmal gedacht oder es ausgesprochen? Ganz prinzipiell stimmt diese Aussage. Die Eltern sind in den meisten Fällen die Experten für ihr Kind und die Hauptbezugspersonen. Wer also kennt sein Kind besser, als die eigenen Eltern?

Auch wenn es gegebenenfalls zu Beginn etwas merkwürdig anmutet, sollte man sich dennoch einmal fragen:

Kennt nicht das Baby seine Bedürfnisse am besten und äußert diese nonverbal oder verbal?

Ein Baby hat Bedürfnisse von Beginn an. Diese Bedürfnisse und die natürlichen Instinkte sichern das Überleben des Kindes seit tausenden von Jahren. Das Bedürfnis nach Nähe, nach Sicherheit, nach Kommunikation, nach Sauberkeit, u.v.m. Das Baby äußert sich zwar, nur können wir Eltern manchmal nicht verstehen, was das Kind uns zeigt oder interpretieren es falsch. Entsprechend unserer Einschätzung, nach Rückfrage bei anderen Eltern oder „Experten“, nach Recherche im Internet oder Literatur, agieren oder reagieren wir, so wie es uns am Besten oder logischstem erscheint. Je weniger wir dabei auf die eigentlichen Bedürfnisse des Kindes achten und eingehen, desto mehr nehmen wir eine „mutter- bzw. elterngeleitete“ Verhaltensweise ein, bestimmen wir über die kindlichen Bedürfnisse.

Immer öfter hört und liest man den Begriff “babygeleitet“. Babygeleitetes Stillen, babygeleitete Beikost, babygeleitetes Abstillen. Worauf beruht dieser Begriff?

Babys haben natürliche Instinkte und altersentsprechende Fähigkeiten. Je mehr wir diesen Instinkten Raum geben und in das Baby vertrauen, desto weniger greifen wir ein, desto mehr fördern wir auf natürlichem Wege das Vertrauen des Kindes in sich selbst und befriedigen gleichzeitig seine Bedürfnisse.

Um dies zuzulassen braucht es jedoch auch das Vertrauen der Mutter/Eltern in sich selbst, in die eigene Intuition, dem Bauchgefühl und, ganz wichtig, möglichst wenig Eingriff von außen. Nur dies ermöglicht das natürliche Zusammenspiel/Gleichgewicht von Mutter/Eltern und Kind und ein entspanntes, gemeinsames Lernen und Leben.

Reden wir von “mütter- oder elterngeleitet” dann verschiebt sich das natürliche Gleichgewicht in Richtung der Mutter. Sie bestimmt, wann und wie angelegt wird, wie und wann gewickelt wird und wann bzw. in welcher Form es Beikost gibt. Sie lässt dabei immer wieder die Bedürfnisse des Babys außer Acht. Ein Phänomen, welches sich in unserer heutigen, aufgeklärten, medialen Zeit, ohne Vorbilder, die uns etwas im echten Leben vorleben, immer mehr verstärkt. Wo jeder einen guten Tipp parat hat, wie man am besten mit Kindern umgeht. Wo alles nachgelesen und angeleitet wird, planbar ist und bestimmten Abläufen folgt.

Ist das Baby geboren und hat sich die Mutter für das Stillen entschieden, dann soll das Baby dies auch tun. Am besten sofort und richtig. Dockt das Baby nicht schnell genug an, dockt es nicht „richtig“ an, wird häufig zu früh nachgeholfen, entweder von der Mutter oder gar medizinischem Fachpersonal, welches das Baby “richtig” anlegt, die Brust in den Mund führt und so zeigt, wie das zu funktionieren hat. Funktioniert es nicht, macht sich die erste Unsicherheit breit, ein kleines Stück Vertrauen in sich und das Baby geht verloren. Der Druck es zu schaffen, steigt und führt meist zu noch mehr Unsicherheit.

Nehmen wir das Beispiel Beikost, dann ist für viele selbstverständlich, diese in Form von Brei per Löffel zu geben. Die Medien und Empfehlungen vieler Kinderärzte tun dazu ihr Übriges. Zum definierten Zeitpunkt wird der Brei eingeführt, oftmals ohne auf die Beikostreifezeichen des Babys zu achten und mit dem Löffel kontrolliert in Babys Mund geführt. So wissen wir, wann und wie viel das Baby isst, es vermittelt uns Sicherheit und Kontrolle. Mit Vertrauen in das Baby und dessen natürliche Fähigkeiten hat dies wenig zu tun.  Damit wir nachvollziehen können, wie sich das für das Baby anfühlt, sollten wir einfach mal ausprobieren und gegenseitig zu füttern. Ein sehr befremdliches Gefühl!

Wer von euch also durch- oder überdenken möchte, auf welcher Ebene ihr euren Kindern begegnen möchtet, kann sich einige Fragen stellen:

Mit Blick auf das Baby:

  • Was macht mein Baby wenn es Hunger hat?
  • Welche Zeichen verbal oder nonverbal macht es, um mir zu zeigen dass es satt ist?
  • Wie reagiert mein Baby, wenn ich ihm die Brust oder das Essen überlasse und nicht eingreife?
  • Wie reagiert es auf mein Verhalten?
  • usw.

Mit Blick auf uns Eltern:

  • Beziehe ich die Bedürfnisse meines Babys ein oder setze ich meine Bedürfnisse in den Vordergrund?
  • Verlasse ich mich auf die natürlichen Instinkte von mir und meinem Baby und vertraue in die Fähigkeiten meines Babys?
  • Inwieweit greife ich mit meinem Handeln in das Leben meines Babys ein?
  • Inwieweit kann ich es aushalten, auf die Fähigkeiten des Babys zu vertrauen?
  • Macht mich dieses Vertrauen in mein Baby sicher oder unsicher?

Bei den Antworten an Dich als Elternteil gibt es kein richtig oder falsch, es ist eine rein persönliche Entscheidung, die es nicht von Außen zu bewerten gilt.

Wenn Du Dich jedoch für weniger Eingriff und Kontrolle und stattdessen mehr Vertrauen und Achtsamkeit entscheidest, dann könnten zum Beispiel die folgenden Bücher interessant sein:

Born to be wild: Kinder verstehen – Herbert Renz-Polster

Wer als frischgebackene Eltern sein Kind, dessen Bedürfnisse und Verhaltensweisen besser verstehen möchte, dem empfehlen wir das Buch „Kinder verstehen“ zu lesen. Herbert-Renz-Polster erklärt auf leichte und verständliche Art und Weise warum sich Babys und Kinder so verhalten, wie sie es tun und inwieweit die Evolution dabei eine Rolle spielt. In seinem Buch stellt er in 18 Kapiteln u.a. zu den Themen Stillen, Beikost, Schlafen und Schreien die evolutionären Hintergründe vor, erklärt diese und ermöglicht damit Eltern die Verhaltensweisen und deren Ursprung besser zu verstehen.

Damit gibt er frischgebackenen Eltern eine wunderbare Grundlage für eine achtsame Begleitung und  auch das Vertrauen in die Natur und das Kind an die Hand.

 

Intuitives Stillen – Regine Gresens

Auch wenn das Stillen in unserer westlichen Gesellschaft leider nicht mehr den Stellenwert hat, den die Natur für uns eigentlich vorsieht, ist es doch das Natürlichste der Welt. Die Fähigkeit zu Stillen sichert das Überleben des Babys. Es ist also mit allen Fähigkeiten ausgestattet, um sein Bedürfnis, aus eigener Kraft heraus, zu stillen. Der sogenannte Breast-Crawl ist das eindrücklichste Beispiel hierfür. Mittels seiner Reflexe und Instinkte ist ein Baby von Beginn an in der Lage, sich zu der mütterlichen Brust zu bewegen, selbstständig anzudocken und zu stillen. Um diesen natürlichen Instinkten seinen Lauf lassen zu können, bedarf es Vorbereitung, Vertrauen, Intuition und Zeit…und viel Geduld von Anfang an.

Regine Gresens, bekannt von ihrem Blog Stillkinder, beschreibt in ihrem Buch Intuitives Stillen ausführlich, wie sich eine werdende Mutter darauf bereits in der Schwangerschaft vorbereiten kann, wie der Körper sich vorbereitet, die Mutter sich und ihr Umfeld mental auf das Stillen vorbereiten können und welche wenigen Hilfsmittel zuträglich sein können. Im Kapitel “das Stillen gut beginnen” verweist sie auf die Wichtigkeit von Haut-zu-Hautkontakt und ungestörter, gemeinsamer Zeit, die angeborenen Verhaltensmuster eines Babys und gibt so lebensnahe Tipps für einen guten, gemeinsamen Start. Entgegen vieler am Markt erhältlichen Stillbücher beschreibt sie im Kapitel: Ihr Baby gut anlegen nicht Punkt für Punkt einzelne, bekannte Stillpositionen, sondern geht ausführlich darauf ein, dass alles erlaubt ist und unter der Voraussetzung funktionieren kann, dass die Stillposition vor allem bequem, nicht anstrengend und schmerzfrei ist und die natürlichen Reflexe des Babys genutzt werden.

Für Mütter, die sich auf diese ursprüngliche und vertrauensvolle Stillbeziehung einlassen möchten, ist das Buch eine wichtige und bestärkende Grundlage auf dem Weg zu einer guten Stillbeziehung.

Breifrei: Baby-Led-Weaning: Einmal kochen – alle essen mit – Tatje Bartig-Prang

Tatje Barig-Prang beschäftigt sich schon seit Längerem theoretisch und praktisch u.a. mit dem Thema babygeleitete Beikost und gibt z.B. Seminare für Hebammen und anderes Fachpersonal zum Thema. Im April 2017 kommt ihr Buch “Breifrei: Baby-Led-Weaning: Einmal kochen – alle essen mit” auf den Markt. Worin es darin geht, hat sie dankenswerter Weise für uns selbst in Worte gefasst:

“Babygeleitete Beikost alias BLW (baby-led weaning) oder „breifrei“ ist kein Beikosttrend sondern ein Menschenbild: Sehe ich mein gesundes Baby im ersten Lebensjahr als medizinischen Spezialfall, der zwangsläufig einen von Experten entworfenen Ernährungsplan benötigt? Oder sehe ich mein Baby als kompetenten Menschen, der schon alles mitbringt, um mit liebevoller Begleitung zu wachsen und sich Schritt für Schritt im genau richtigen Tempo zu entwickeln? Wer sein Baby bereits nach Bedarf gestillt hat, weiß, wie sich Babys, wenn sie die Gelegenheit erhalten, in der Regel problemlos selbst regulieren und sich genau das holen, was sie brauchen: Mit Beikostbeginn ist diese Kompetenz nicht vorüber – im Gegenteil: Sie wächst immer weiter! Babys, die selbstständig aus einem geeigneten Nahrungsangebot auswählen und sich das Essen zum Mund führen dürfen, profitieren nicht nur kurzfristig von einer entspannten und druckfreien Essatmosphäre; sie ernähren sich im weiteren Leben oft experimentierfreudiger und ausgewogener als ihre zum Essen überredeten Altersgenossen. Und vor allem: Die Eltern berichten von stressfreieren Mahlzeiten, weil der Druck wegfällt eine bestimmte Speise in vordefinierter Menge ins Baby zu bekommen, dass doch vielleicht gar keinen Hunger hat oder noch nicht essen möchte.” (Urheberecht: Tatje Barig-Prang)

Sicher, eine wundervolle Ergänzung für alle Familien, die sich mehr zum Thema babygeleitete Beikost informieren und die Kompetenz ihres Babys weiter entwickeln möchten. Wir sind gespannt!

Mein Kompetentes Baby – Nora Imlau

Wir hatten noch nicht die Gelegenheit das Buch von Nora Imlau zu lesen, aber der vielversprechende Titel “Mein kompetentes Baby – wie Kinder zeigen, was sie brauchen” scheint das heutige Thema wunderbar abzurunden.

Wir hoffen, dieser Artikel und die wunderbaren Bücher geben Euch Anreize auf dem Weg zu einem vertrauensvollen und achtsamen Miteinander, wo jeder die Kompetenzen einbringt, die er von Natur aus hat.

Der Transparenz halber:
Dieser Artikel enthält Afilliatelinks. Das Buch “Intuitives Stillen” wurde uns freundlicherweise vom Kösel Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Bewertung aller hier vorgestellten Bücher, basiert ausschließlich auf unserer persönlichen Meinung.

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