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Kenne Deine Rechte – 5 Dinge, die erwerbstätige Schwangere und stillende Mütter wissen sollten

Kenne Deine Rechte – 5 Dinge, die erwerbstätige Schwangere und stillende Mütter wissen sollten

Sobald Frau schwanger ist, arbeitet und ihrem Arbeitgeber über die Schwangerschaft informiert hat, hat sie Kündigungsschutz. Dies ist weitestgehend bekannt. Doch welche Rechte habt ihr außerdem noch? Ich habe für Euch das Gesetz zum Schutz der erwerbstätigen Mutter MuSchG durchforstet und einige Fakten zusammengetragen:

1. Wenn Eure Arbeit vorrangig auf Arbeiten im Gehen und Stehen basiert, muss der Arbeitgeber Euch die Möglichkeit einer Sitzgelegenheit zur Verfügung stellen. Ab dem vollendetem 5. Monat darf diese Arbeit maximal 4 Stunden betragen, ansonsten gibt es ein Beschäftigungsverbot (§4).

Ebenso gilt dies andersherum. Arbeitet Ihr vorrangig im Sitzen, muss Euch die Möglichkeit gegeben werden, Eure Arbeit zu unterbrechen und Euch bewegen zu können (§2).

2. Der Arbeitgeber ist verpflichtet Maßnahmen zu treffen, die Eure Gesundheit und die des Kindes schützen. Dazu gehört z.B. das Angebot eines Liegeraumes zum Ausruhen oder auch Stillen des Kindes (§1 und §2).

3. Ganz generell besteht ein Beschäftigungsverbot in der Zeit des Mutterschutzes. Wobei ihr in den sechs Wochen vor der Geburt schriftlich erklären könnt, dass ihr trotzdem arbeiten wollt. Ein absolutes Beschäftigungsverbot gilt allerdings für den Mutterschutz nach der Geburt, also die Zeit des Wochenbettes.

Schwere körperliche Arbeiten bei denen Ihr regelmäßig mehr als 5 kg oder gelegentlich 10 kg heben müsst sind strikt verboten. Selbiges gilt für Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen (Chemikalien, Strahlen, Mikroorganismen,) starken Temperatureinflüsse wie Hitze oder Kälte und für Arbeiten, die Ihr gebückt oder hockend ausführen müsst.

Weiterhin wird ein Beschäftigungsverbot für Frauen verhängt, die folgende Arbeiten verrichten:

  • Akkordarbeit und Fließarbeit mit vorgeschriebenen Arbeitstempo
  • Beförderungsmittel, ab dem vollendetem 3. Monat
  • Schälen von Holz
  • Bedienung von Geräten und Maschinen mit Fußantrieb

Wichtig zu wissen ist, dass jederzeit ein individuelles Beschäftigungsverbot durch einen Arzt verhängt werden kann (§4).

4. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen nicht oder nur zu folgenden Bedingungen beschäftigt werden (§8):

  • zwischen 20 Uhr und 6 Uhr morgens
  • nicht an Sonn- und Feiertagen
  • nicht über 8 1/2 Stunden am Tag bzw. 90 Stunden in zwei Wochen (unter 18jährige max. 8 Stunden am Tag)

Ausnahmen für werdende Mütter bis zum vollendeten 4. Monate und stillende Frauen:

  • Frauen in der Gastronomie oder Hotelerie nur bis 22 Uhr
  • Frauen in der Landwirtschaft ab 5 h morgens
  • Künstlerinnen, Schauspielerinnen, etc. bis 23 Uhr

5. Stillenden Frauen muss entweder 2 x eine halbe Stunde bzw. eine volle Stunde am Tag für das Stillen freigegeben werden. Wenn Ihr mehr als 8 Stunden am Stück arbeitet, könnt ihr verlangen 2 x 45 Minuten bzw. falls eine keine Stillmöglichkeit gibt 90 min am Stück freigestellt werden.

Diese Zeiten muss der Arbeitgeber gewähren und darf dabei nicht den Verdienst kürzen, die Zeit nacharbeiten lassen oder diese Zeit an gesetzlich festgelegte Ruhepausen anrechnen (§7).

Spezielle Stillräume können in bestimmten Fällen von der Aufsichtsbehörde verordnet werden. Es kann sich lohnen dort nachzufragen.

Für alle (werdenden) Mütter, die mit chemischen, biologischen und/oder physikalischen Gefahrstoffen arbeiten lohnt sich der Blick in die Verordnung zum Schutz der Mutter am Arbeitsplatz MuSchArbV. Hier findet Ihr alle Schadstoffe aufgelistet mit denen das Arbeiten strikt verboten ist.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass es zu Eurem Schutz und dem Schutz des Kindes ungemein wichtig ist, sich während der Schwangerschaft und Stillzeit über die Regelungen im MuSchG und der MuSchArbV zu informieren, um Gefahren vorzubeugen.

Da ich hier nicht alle Punkte aufnehmen kann, bitte ich Euch bei speziellen Fragen, diese Gesetze bzw. Verordnungen noch einmal genau zu lesen oder Euch bei einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu informieren.

Ansonsten wünsche ich Euch eine schöne und unkomplizierte Schwangerschaft.

Liebe Grüße Inga

2 Kommentare
  1. Ich gebe dir völlig recht Inga,

    aber leider kennnen viel zu wenige werdene Mütter oder Eltern das Mutterschutzgesetz. Da fehlt es auch an Aufklärung.

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