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Windelfrei – realistisch oder ein schnell vergänglicher Trend?

Windelfrei – realistisch oder ein schnell vergänglicher Trend?

Vor zwei Wochen war ich in Sachen Windelfrei unterwegs. Wie wahrscheinlich viele von Euch stellten sich mir im Vorhinein einige Fragen:

  • Windelfrei was ist das eigentlich?
  • Wie soll das  funktionieren?
  • Das Baby von der Geburt an ohne Windeln?
  • Und ganz ehrlich, ist da nicht die gute alte Wegwerfwindel deutlich einfacher und billiger?

Mit all diesen Fragen habe ich mich zu einem „Windelfrei“ Kurs von Franziska aufgemacht und war gespannt was mich dort erwartet.

In gemütlicher Runde mit 7 Müttern, inklusive Kindern von 4 Monaten bis 1 1/2 Jahren, haben wir uns im Kursraum vom pikape getroffen. In einer kurzen Vorstellungsrunde lernten sich die Mütter kennen, erzählten über den zeitlichen Beginn der windelfreien Erziehung (von Geburt an bis zu ersten Erfahrungen mit einem halben Jahr fand sich dort alles), die Entwicklung und das aktuelle Stadium –  inklusive offener Fragen.

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Die erste Frage beantwortete sich mir gleich, als eine Mama erzählte, dass sie ihr Kind von Geburt an windelfrei erzieht. Was bedeutet das also in der Praxis? Natürlich haben die Kinder Windeln an, z.B. Wollwindeln in die Einlagen wie z.B. Moltontücher oder Bambuseinlagen gelegt werden. Diese Windeln tragen die Kinder aber nicht 24 Stunden am Tag, sondern nur wenn es wirklich nötig oder praktisch ist. Daher krabbelten da auch einige Kinder mit ihrem nackten Pops herum, sehr niedlich.

Was versteht man dann unter Windelfrei, wenn die Babys gar nicht windelfrei sind? Eigentlich geht es im Grunde darum, dem Kind in seinem natürlichen Verhalten zu unterstützen und es ihm nicht abzugewöhnen. D.h. kein Kind findet es schön eine nasse oder volle Windel zu haben (wie oft im Falle von Einmalwindeln), sondern äußert durch Mimik und Gestik von Geburt an wann es sich entleeren muss. Die Eltern wiederum werden sensibilisiert und lernen auf die Zeichen Ihrer Kinder zu hören. Zeigt ein Kind an, dass es gleich sein Bedürfnis hat, dann ziehen die Eltern es aus und halten es über der Toilette, Badewanne, Waschbecken, was auch immer greifbar ist ab und lassen das Kind sich entleeren. Zwischendrin bekommt es dann meist Stoffwindeln angelegt. Das funktioniert natürlich mal besser, mal schlechter. Je nach Entwicklungsphase kann das Konzept nach Monaten wo es wunderbar funktioniert hat, plötzlich wieder völlig zusammenbrechen, das Kind sogar dagegen aufbegehren. Aber auch das ist völlig natürlich und ändert sich auch wieder, wenn man die Möglichkeit immer wieder aufzeigt. So zumindest wurde es mir erklärt.

Natürlich stellt sich auch die Frage ob es nicht einfacher ist, Wegwerfwindeln zu nutzen. Die Vorteile sind bekannt. Man muss sich nicht ständig damit beschäftigen ob das Kind vielleicht gerade mal muss, man ist sehr flexibel unterwegs und auf den ersten Blick sind Wegwerfwindeln doch so teuer auch nicht. Alle Eltern die diese Variante für sich als richtig empfinden sollen dies auch so tun. Dürfen dabei nur nicht aus dem Auge verlieren, dass sie Ihre Kinder zwischen 2 und 3 Jahren ebenfalls in monatelanger Arbeit dem unbeliebten Töpfchentraining unterwerfen müssen. Da haben sich die Kinder schon so an die allzeit vorhandene Windel gewöhnt, dass es ihnen mittlerweile schwer fällt ihre Anzeichen zu verstehen und nicht in die Windel zu machen. Ein Kampf, bei dem windelfreie Erziehung früher ansetzt. Hochgerechnet auf die Zeit mit Windeln, sind zwar Wollwindeln, Einlagen etc. in der Anschaffung teurer,  aber deutlich günstiger als die Anzahl der Wegwerfwindeln in 2-3 Jahren und vor allem deutlich umweltfreundlicher. (Randbemerkung: eine Windel braucht ca. 100 Jahre bis sie vollständig abgebaut ist)

Wie auch immer sich Eltern entscheiden, wir finden eine windelfrei Erziehung ist eine gute Alternative. Und man bedenke, vor einigen Jahrhunderten oder anderen Ländern war dies die einzige Möglichkeit.

Zusammengefasst habe ich bei diesem windelfrei Treffen viele für mich neue Informationen mitgenommen, nette Mütter kennengelernt, die sich austauschen, Möglichkeiten aufzeigen und jede für sich einen Weg gefunden haben. Mit mehr oder weniger Windel.

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